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TEXTE

ZU FORM + INHALT

Aktuelle Texte 2018 / 2019:


LAST EXIT: DYSTOPIA


In seinen Collagen verschmilzt Jürgen Tetzlaff Fotografien, die er mit Photoshop bearbeitet hat, mit expressiven Übermalungen, er verbindet heftige zeichnerische und malerische Elemente mit peinlich-exakter Retusche, sowie diverse Image-Transfer-Techniken zu einem bizarr-phantastischen Trash-Pop-Surrealismus. Dessen enigmatisch-delirierende Bildwelten entziehen sich einer schnellen Interpretation durch den Betrachter und lassen ihn stattdessen mit einem traumartig-vagen, morbiden Gefühl der Irritation zurück.

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Aktuelle Texte 2018 / 2019:


WIE HOMO DEUS DIE BLEICHLINGE BEZWANG.
ÜBER DIE ABSTRAKTION UND TRANSZENDIERUNG VON KÖRPER UND TOD IM ZEITALTER DER SINGULARITÄT.


EIN TRANSHUMANISTISCHES MÄRCHEN.

Es begab sich in einer Zukunft, die uns näher sein dürfte als uns lieb sein kann, auf einem unscheinbaren,kleinen Planeten am Rande einer unbedeutenden Galaxie, dass eine evolutionär noch recht junge Spezies, welche, trotz ihrer im Vergleich zu anderen Lebensformen dieses Planeten von Natur aus eher (unter-)durchschnittlichen Fähigkeiten, trotz ihrer anfälligen, zerbrechlichen Körperhüllen, es geschafft hatte, in dem erstaunlich kurzen Zeitraum einiger zehntausend Jahre sämtliche anderen Arten ihres Planeten zu dominieren und einen grossen Teil dieser Arten auszulöschen.
Dank Kommunikation, List und skrupelloser Grausamkeit setzten Sie sich an die Spitze der Nahrungskette und der Artenhierarchie. Sie besiedelten, veränderten und zerstörten diesen Planeten, wie nie eine Lebensform zuvor.

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Aktuelle Texte 2018 / 2019:


ÜBER DIE DARSTELLUNG ZUKÜNFTIGER TECHNOLOGIE
UND DEREN FORMALE KRITERIEN.



Die Technik der Zukunft wirkt in den Werken von Jürgen Tetzlaff, sofern sie denn überhaupt sichtbar in Erscheinung tritt und nicht an ihrer Stelle gänzlich abstrakte Metaphern verwendet werden, weder sonderlich futuristisch noch realistisch.
Die Assoziationen, die sich bei den entsprechenden Bildelementen aufdrängen lauten: anachronistisch, schäbig und durch ihre absurd-konfusen Konstruktionen auch merkwürdig naiv. Als würde der Blick in zukünftige Welten durch die Augen eines staunenden, Kindes erfolgen, für das die Zusammenhänge des Gesehenen unbegreiflich bleiben müssen.
Dieses Kind ist der heutige Mensch, das sind wir selbst. Durch die sich mit ständig zunehmender Geschwindigkeit vollziehende technologische Entwicklung werden realistische Prognosen zur menschlichen Zukunft immer unwahrscheinlicher.

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Aktuelle Texte 2018 / 2019:


EIN TRANSHUMANISTISCHES MÄRCHEN.
ZWEITER TEIL



ZWISCHENSPIEL:

Zwischen den staubigen Ruinen der untergegangenen Zivilisation des Homo Sapiens wirbeln die ausgeblichenen, fleckigen Bilder von Jürgen Tetzlaff, als wären es lose Blätter aus einem apokalyptischen Bilderbuch, wie flaches, farbiges Tumbleweed, vom Wind getrieben herum. Das Dach eines Schuppens oder Hauses muss eingestürzt sein, so dass die Bilder dem Wind preisgegeben wurden. Eine über der Szene schwebende Archäo-Drohne scannt die Blätter und übermittelt die Daten zum Kortex-Interface des Datenbank-Controllers im virtuellen Instititut für präkybernetische Studien und Post-Anthropologismus. Hier sammelte und archiviert einer der zentrale Bewusstseins-Server der nördlichen Hemisphäre historisches Material aus der erst wenige Jahrzehnte zurückliegenden Ära des Niedergangs der Spezies Homo Sapiens, vor der totalen Virtualisierung.

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Aktuelle Texte 2018 / 2019:


NARRATION UND INTERPRETATION
FIGURENKOMPLEXE / INHALTLICHE GRUPPEN



Die Bildfindung bei Jürgen Tetzlaff erfolgt ohne Photoshop-Einsatz bei der Gesamt-Bildkomposition. Photoshop findet lediglich bei Einzelelementen Verwendung - diese werden per Raster-Effekt-Filter, Farbeinstellungs-Filter, Skalierung etc. verfremdet / angepasst / vereinheitlicht. Danach wird ganz traditionell ausgeschnitten, aufgeklebt und je nach Bedarf bemalt oder angeschliffen. Ganz analog auf Papier.

Am Beginn der Arbeit werden oft wiederkehrende Elemente verwendet, die zunächst nur aus formalen Gründen Eingang finden, während ihr Bezug zu einer möglichen, implizierten Handlung oder zum Bildinhalt im Allgemeinen zu diesem Zeitpunkt ungeklärt bleibt. Durch Wiederholung, Rekombination, Neuanordnung und Häufung entsteht nach und nach ein Bezugsgeflecht, das nun nicht mehr nur aus Zufälligkeiten besteht, wie zu 'Beginn, sondern plötzlich zu einem sinngeladen und natürlichen Teilstück

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Aktuelle Texte 2018 / 2019:


EIN TRANSHUMANISTISCHES MÄRCHEN.
DRITTER TEIL



EPILOG:

Der Tod kannte die Menschen schon sehr, sehr lang. Er hatte sie von Anbeginn, über die Jahrtausende hinweg, auf ihren Wegen begleitet . Von dem Augenblick an, als sie das erste Mal ihren Fuss auf den Boden der afrikanische Savanne der Vorzeit setzten, bis zum Moment ihres trügerischen Triumphes über ihn. Daher war der Tod auch nicht sonderlich beunruhigt angesichts der Entwicklungen, die stattgefunden hatten. Denn er wusste, dass er sich bei Homo Sapiens einer Sache absolut gewiss sein konnte

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Ältere Texte 2004 / 2005:


DAS GROTESKE



"Die Malerei ist die Fortführung des Traums mit anderen Mitteln."                    
Neo Rauch

Während der Träumens entstehen seltsam ambivalente Situationen und Gefühle - Situationen, in denen lang Gekanntes merkwürdig und Fremdes scheinbar vertraut erscheint. Dass die nächtlich geschaffenen, subjektiven Realitäten auch irreal-bedrohliche Formen annehmen können, wissen wir alle...
Und die Beunruhigensten sind jene, welche uns am nachhaltigsten in der Erinnerung haften bleiben. Das Morbid-Groteske war schon durch unsere Träume von Anbeginn in unserem Kollektiv-Unterbewußten verankert.

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Ältere Texte 2004 / 2005:


DER ZERFALL



Das Moment des Grotesken wird ergänzt durch das Morbide, der bildnerischen Suggestion des Vergehens und Dahinwelkens. Wie im (Alp-)Traumhaft-Grotesken schafft auch der Gebrauch des Morbiden als bildnerischem Mittel, die zuvor schon angesprochene Ambivalenz aus Faszination und Schrecken.

Der Zerfall schafft die Bildintensität, egal ob Akt, nature morte oder Landschaft - alles wird zum existentialistischen Drama:
Leben heißt sterben - Das Drama zu zeichnen heißt, sich dessen bewußt zu sein.

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Ältere Texte 2004 / 2005:


DIE RADIERUNG



Ende 2003 kam es für mich durch den Erwerb einer alten Tiefdruck-Presse zu einem Wechsel in der Technik, weg vom Malerischen hin zur Graphischen Arbeit. Mit diesem Wechsel vollzog sich auch eine Umbewertung der Bildinhalte. War ich in meinen frü;heren Bildern, insbesondere auf den Leinwandarbeiten, bemüht, (unnötig) komplexe, überbordende Inhalte zu vermitteln, rückte mit der Radierung das "Wie" des Technischen und Formalen ins Zentrum des künstlerische Ausdrucks. Dieses "Wie" transportierte mit einem Mal die gewünschte Botschaft so viel besser, als das "Was" des Inhaltlichen.

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